Private Rentenversicherung
Allgemeines - Grundsätzliches - Auszahlungsmodelle - Sofortrente - Riester-Rente - Häufig gestellte Fragen
Um die Versorgungslücke der gesetzlichen Rente zu schließen, ist heutzutage der Abschluss einer privaten Rentenversicherung unverzichtbar. Man sollte auch als junger Mensch bereits zeitig über diese Problematik nachdenken, wenn man sich im Alter nicht stark einschränken oder sogar in die Altersarmut abrutschen möchte.
- Die goldene Regel lautet „Je früher Sie eine private Rentenversicherung abschließen, umso mehr wirkt sich der Zinseszins-Effekt aus“. Das gibt Ihnen die Möglichkeit mit niedrigen Monatsbeiträgen eine große Altersvorsorge anzusparen.
- Bei der Abschätzung Ihres späteren Rentenbedarfs spielt die Inflation eine wichtige Rolle. Durch die Inflation wird das Geld ständig “weniger wert”: Die Kaufkraft sank in den letzten 30 Jahren durchschnittlich um 3,4% jährlich. Dies sollte einkalkuliert sein.
- Ihre Anforderungen an eine private Rentenversicherung sind so individuell wie Ihre Lebenssituation. Persönliche, individuelle und unabhängige Beratung durch einen Experten sind vor dem Abschluss einer Rentenversicherung unbedingt zu empfehlen.
Bei der klassischen privaten Rente werden monatlich über lange Zeiträume feste Beträge eingezahlt. Später gibt es dann verschiedene Auszahlungsmodelle.
Über Jahre oder Jahrzehnte hinweg wird monatlich ein fester Betrag in die Rentenversicherung eingezahlt. Zu einem festgelegten Zeitpunkt (bsp. 65. Lebensjahr) zahlt sich ihr Anspruch auf eine erworbene Rente aus. Der Vorteil ist, dass Rentenversicherungen einen festen Zinssatz für das eingezahlte Kapital garantieren. Man kann aber davon ausgehen, dass darüber hinaus noch höhere Überschüsse erzielt werden, d.h. die private Rente fällt in aller Regel deutlich höher aus, als garantiert.
Sie können sich daher monatlich einen konstanten Betrag auszahlen lassen und die Überschüsse mit einmal auszahlen lassen oder die Überschüsse dynamisch mit einer stetig wachsenden monatlichen Rente erhalten.
Natürlich können Sie sich auch alternativ das gesamte angesparte Kapital (mitsamt Überschüssen) auf einmal auszahlen lassen, wobei Sie dadurch natürlich keine weiteren monatlichen Zahlungen erhalten.
Wer nicht monatlich einen Betrag bezahlen und somit jahrelang die private Rente ansparen will, kann auch eine einmalige Zahlung kurz vor oder nach Eintritt in das Rentenalter leisten und seinen Anspruch auf eine private Rente sichern.
Ein Beispiel: Geht ein Arbeitnehmer auf betrieblichen Wunsch in den Vorruhestand, ist eine Abfindung üblich. Diese Summe könnte sinnvoll in eine Sofortrente angelegt werden, damit wird der Anspruch auf eine zusätzliche, private Rente erworben, die sofort beginnen kann.
Die Sofortrente wird ein Leben lang ausgezahlt - es kann einem also im Alter nicht irgendwann das Geld ausgehen. Ein enormer Vorteil gegenüber anderen Anlageformen.
Die „Riester-Rente“ wurde ins Leben gerufen um die private Altersvorsorge zu fördern. Zu ihrer angesparten Rentenversicherung samt Überschuss bekommen Sie dazu noch eine Förderung vom Staat. Dabei ist allerdings zu beachten, dass man nur vom Staat zertifizierte Produkte abschließt. Nur Angebote, die ein solches Zertifikat erhalten haben, erfüllen alle Kriterien, die für die Förderung gegeben sein müssen. Außerdem dürfen nur Festangestellte Arbeitnehmer, Beamte, Arbeitslose, Geringfügig Beschäftigte, Soldaten und Wehr- und Zivildienstleistende.1. Weshalb reicht meine gesetzliche Rentenversicherung nicht aus?
Aufgrund der folgenden Faktoren, insbesondere der höheren Lebenserwartung einerseits und den Geburtenrückgängen andererseits, ist die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung langfristig sehr problematisch und ein starkes Absinken des Rentenniveaus kaum zu vermeiden.
- Der demographische Faktor: Es werden immer weniger Kinder (zukünftige Beitragszahler) geboren, die aufgrund einer steigenden Lebenserwartung der Rentner eine immer größere Rentenlast finanzieren müssen. Dieses führt zu immer geringeren Einnahmen bei ständig steigenden Ausgaben.
- Hohe Arbeitslosigkeit: In die Rentenkasse zahlen nur Arbeitnehmer ein, die auch einen Job haben. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit verschiebt sich das Verhältnis von Einzahlern zu Rentnern also wiederum weiter in den negativen Bereich.
- Generationenvertrag: Aufgrund des Generationenvertrages finanziert ein Beitragszahler nicht seine eigene Rente, sondern die der jetzigen Rentner. Später wird seine Rente dann wiederum von der nachfolgenden Generation finanziert. Der jetzige Beitragszahler baut also kein eigenes finanzielles Vermögen auf und muss darauf vertrauen, dass die nachfolgende Generation in der Lage ist, seine Rentenansprüche zu finanzieren.
2. Wie sollte meine Altersvorsorge beschaffen sein?
Es sollte vermieden werden mit kurzfristigen, aber risikoträchtigen Anlagen die Altersvorsorge zu finanzieren. Besser sind langfristige Anlagen, da der Zinseszinseffekt erst bei Zeiträumen ab 20 Jahren wirksam wird. Investmentfonds bieten sich zur Risikominimierung an, da sie das Risiko streuen. Wählen Sie die Anlagegesellschaft sorgfältig aus. Betrachten Sie vergangene Entwicklung der Gesellschaft und schätzen die Zukunft ab.
Und auch steuerliche Aspekte gilt es zu beachten, denn unter bestimmten Voraussetzungen sind Einzahlungen in Renten- und Lebensversicherungen steuerlich absetzbar.
3. Was macht eine Rentenversicherung aus?
Im Vergleich zu Lebensversicherungen bieten Rentenversicherungen höhere Renditen bei gleich hoher Sicherheit. Jeder kann eine Rentenversicherung abschließen ohne sich einer vorherigen Gesundheitsprüfung unterziehen zu müssen, die eventuell zu einer Ablehnung führen könnte.
Rentenversicherungen werden immer lebenslang ausgezahlt. Da die Menschen jedoch statistisch betrachtet immer älter werden, wurden die Überschüsse der Rentenversicherungen bereits gekürzt, was auch für die Zukunft wahrscheinlich scheint. Man kann sich jedoch den gesamten Versicherungsbetrag in einer Summe auszahlen lassen.

