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NACHRICHTEN

Zum Schulbeginn:

Kritik: Staatliche Versicherung zu schwach

Nach zwei von drei schweren Unfällen ist gar nichts zu erwarten

Tübingen, 29. August 2007 - Zum Schulbeginn machen die Versicherungskaufleute darauf aufmerksam, dass die bei Schulunfällen zuständige staatliche Unfallversicherung nur sehr gering bemessen ist. So erhält bei einem 2007 eingetretenen Unfall mit 60-prozentiger Invalidität ein 14-Jähriger eine Rente von derzeit nur 327 Euro monatlich im Westen Deutschlands, im Osten sogar nur 275 Euro. Und bei völliger Erwerbsunfähigkeit werden nur 544 Euro (Ost: 459 Euro) gezahlt - zum Leben in Zukunft garantiert zu wenig.

Solche Jammerzahlen sind Anlass genug, um über die private Unfallversicherung zu reden. Volker Siebert, Sprecher des Bezirks Tübingen im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), weist darauf hin, dass eine Zahlung aus einer privaten Versicherung nicht die Leistung der staatlichen Versicherung schmälert.

Jährlich passieren in Deutschland 120.000 meldepflichtige Schulwegunfälle, und etwa 5.000 Kinder werden zu frühen Invaliden. Man mag dieses Schicksal für das eigene Kind als unwahrscheinlich ansehen, aber wenn der Fall dann doch eintritt, ist der Geldbedarf groß. Und rund zwei Drittel der jährlich fast 50.000 schweren Schulkinder-Unfälle 1) passieren zudem in der Freizeit; danach kommt von der staatlichen Versicherung gar nichts.

Der private finanzielle Schutz lässt sich ziemlich preiswert arrangieren, betontVolker Siebert. Sind zum Beispiel für den Fall der Vollinvalidität rund 450.000 Euro als Zahlung vereinbart, reicht bei Verlust eines Auges (= 50-prozentige Invalidität) die Zahlung von 200.000 Euro, um eine monatliche Privatrente von knapp 500 Euro zu arrangieren. Die Versicherungskosten liegen in diesem Fall bei etwa 14 Euro monatlich 2) "Damit die Absicherung nicht im Katastrophenfall zum Trostpflaster wird, sollte man diese Größenordnung schon im Interesse der Kinder anpeilen", raten Siebert und Kollegen.

1) z.B. für das Jahr 2005 hat das Statistische Bundesamt 36.795 schwere Unfälle von Kindern bis 15 gemeldet.

2) Für dieses Beispiel wurde ein Tarif unterstellt, bei dem die Entschädigung bei geringen Verletzungen niedrig ist, bei schwereren jedoch überproportional steigt.

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